Was ist Asbest?

Asbest ist ein faserförmiges Silikat mit einem natürlichen Vorkommen. Die mineralische Faser zeichnet sich durch hervorragende Merkmale wie eine hohe Hitzebeständigkeit und sehr gute Isoliereigenschaften aus. Das ist auch der Grund, warum Asbest seit Beginn des 19. Jahrhunderts für den Hausbau und die Dämmung von Dächern eingesetzt wurde. Ob Rohrleitungen, Bodenbeläge, ein komplettes Dach oder sogar Blumenkästen – Asbest wurde für sehr viele Bereiche verwendet. Asbest kann aber auch in gewerblich genutzten Hallen vorkommen. So wurden in der Vergangenheit immer wieder asbesthaltige Flachdachfolien und Dichtungsbahnen für industrielle Dächer verarbeitet.

Das Material kann in Gebäuden und Dächern enthalten sein, die bis in die 90er-Jahre gebaut wurden. 1990 wurden die Berichte über Gesundheitsschäden so laut, dass das Baumaterial seit 1993 in Deutschland und seit 1999 europaweit verboten ist. Seitdem werden Häuser und Dächer, die noch Asbest enthalten, saniert. Doch wann ist eine Asbestsanierung in gewerblich genutzten Hallen erforderlich und wie läuft sie ab?

Wann ist eine Asbestsanierung notwendig?

Nicht in jedem Fall ist eingesetztes Asbest gesundheitsschädigend. Wenn sich Asbest in einem Gebäude befindet, besteht erst Gefahr, wenn das zugehörige Baumaterial beschädigt und offengelegt ist.

Auch Bauarbeiten zur Renovierung können Probleme bereiten. Denn dann können Asbestfasern freigesetzt werden. Das Einatmen der Fasern kann unter Mitarbeiter zu Krankheiten wie zum Beispiel Pleuraplaques (= Asbestose) oder Lungenkrebs führen.

Wenn Asbest-Bauteile im Laufe der Jahre verwittern oder Risse zeigen, ist in jedem Falle dringendes Handeln gefragt. Hier sollte immer ein Fachmann hinzugezogen werden, der die aktuellen Vorschriften, zum Beispiel die der TRGS 519 (= Technische Regeln für Gefahrstoffe; Asbestschein) kennt und Proben entnehmen kann.

Wie erkenne ich, ob mein Dach Asbest enthält?

Asbest ist nicht leicht zu erkennen, da die schädlichen Asbestfasern in der Luft für uns unsichtbar sind. Folgende drei Erkennungsmerkmale können Hinweise auf Asbest geben:

Wie funktioniert die Asbestsanierung eines Daches?

Eine Asbestsanierung beginnt mit Tests der verdächtigen Stellen. Zertifizierte Asbest-Experten können Proben von verdächtigen, asbesthaltigen Stoffen nehmen und diese in ein Prüflabor schicken. Fallen die Tests „positiv“ aus, erfolgt die Sanierung. Diese können Sie als Einzelmaßnahme vornehmen oder mit einer Modernisierung und Wärmedämmung des Flachdaches verknüpfen. Letzteres ist oft sinnvoll, um zeitlich versetzte Baumaßnahmen zu verhindern und Kosten langfristig zu reduzieren.

Vor Beginn der Sanierung muss das Expertenteam sicherheitsrelevante Vorbereitungen treffen. Dazu zählen das Auslegen von Planen, die Einrichtung von Absturzsicherungen, das Verschließen von Türen und Fenstern und das Tragen sicherer Schutzanzüge sowie Schutzmasken.

Die Entfernung der Asbestfasern erfolgt durch das Ablösen kompletter Bauplatten oder Bitumenbahnen. Diese werden beispielsweise vorsichtig vom Flachdach abgetrennt. Wichtig ist es, dass der dabei entstehende gesundheitsgefährdende Staub durchgehend abgesaugt oder mithilfe von Staubbindemitteln entfernt wird.

Wie wird das Asbest entsorgt?

Auch bei der Entsorgung ist hohe Vorsicht geboten. Materialien, die Asbest enthalten, dürfen nicht einfach beiseitegelegt oder über Schuttrutschen entfernt werden. Die richtige Vorgehensweise ist es, die asbesthaltige Baustoffe in luftdichten und robusten Behältern zu entsorgen. Fachleute verwenden hierfür häufig verschließbare Kunststoffsäcke. Der gefährliche Abfall kann anschließend in zugelassenen Sonderdeponien entsorgt werden.

Nach der Entsorgung erfolgt die Montage neuer Materialien auf den freigelegten Flächen. In vielen Fällen ist es sinnvoll, das Dach neu zu dämmen, um Energiekosten zukünftig zu senken und den Wert des Gebäudes zu steigern.

Was kostet eine Asbestsanierung?

Die Kosten für eine Asbestsanierung hängen stark von den erforderlichen Baumaßnahmen und der Größe der jeweiligen Halle bzw. des jeweiligen Flachdaches ab. Als grober Richtwert lässt sich bei der Komplettsanierung einer Dachfläche von 150 Quadratmetern inklusive der Asbest-Entfernung mit 10.000 Euro bis 35.000 Euro rechnen.

Die Kosten hierfür trägt der Gebäudebesitzer selbst. Staatliche Zuschüsse sind für die Asbest-Entfernung nicht vorgesehen. Sollten Sie sich für eine zeitgleiche Wärmedämmung entscheiden, bieten einige Kommunen, Städte und Kreditanstalten die Möglichkeit, die Sanierung zu bezuschussen oder zinsgünstige Kredite zu gewähren.

Sollte es sich ausschließlich um die Entfernung und Sanierung von asbesthaltigen Flächen handeln, können Sie die Aufwendungen der Sanierung als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen.

Vermuten auch Sie Asbest und benötigen noch weitere Informationen zur professionellen Asbest-Entfernung? Dann kontaktieren Sie uns gern. 

Dachdämmung
– Darauf ist zu achten!

Du möchtest ein Dach dämmen? Mit einer professionellen Dachdämmung bleibt möglichst viel Wärme im Inneren. Wir werfen einen Blick auf Dämmmethoden, geeignete Dämmstoffe und die EnEV.

Noch mehr Bauwissen?

ClickBuild arbeitet kontinuierlich daran, euch noch mehr Bauwissen von unseren Hallendach-Spezialisten weiterzugeben. Wenn ihr Themenvorschläge oder Fragen habt, meldet euch gerne bei uns.

Jetzt Kontakt aufnehmen.

Interesse an ClickBuild? Fragen oder Anregungen? Unser Team steht dir gerne zur Verfügung.
Zur Kontaktaufnahme kannst du einfach unser Kontaktformular nutzen.