Was regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV)?

Das Ziel der EnEV ist es, langfristig zum Klimaschutz beizutragen und die Energieeffizienz besonders in einem Neubau zu optimieren. So strebt die Bundesregierung einen „klimaneutralen Gebäudebestand“ bis zum Jahr 2050 an. Damit will sie den Ausstoß von CO2-Emissionen auf null reduzieren bzw. soweit wie möglich eindämmen. Der Primärenergiebedarf von Gebäuden soll bis dahin um rund 80 Prozent sinken. Die Verordnung wurde seit November 2020 von dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst.

Gebäude müssen bestimmte Anforderungen zum Energieverbrauch, beispielsweise der Heizung, Lüftung oder Kühlung einhalten. Wichtige Kernelemente der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind die Dämmungen, erneuerbare Energien und der Energieausweis. Die EnEV enthält entsprechende Richtwerte. Diese zeigen Hauseigentümern vor allem Pflichten in Hinblick auf die vorhandenen Heizungen sowie die Fassaden- und Dachdämmung auf. Zudem sind diese zu korrekten Angaben im Energieausweis verpflichtet. Bauherren, Eigentümer und Architekten können alle Grenzwerte in den Tabellen der Anlagen der EnEV nachlesen.

Diese energetischen Standards gelten laut EnEV

Die Richtlinien der EnEV gelten seit Februar 2002. Die Energieeinsparverordnung enthielt zunächst Anforderungen zur damaligen Heizungsanlagenverordnung und Wärmeschutzverordnung. Über die Zeit wurden die Anforderungen erweitert und besonders für neue Gebäude intensiviert. Weitere Änderungen ergaben sich mit der EnEV 2004, EnEV 2007, EnEV 2009, EnEV 2014, EnEV 2016 und zuletzt mit dem Gebäudeenergiegesetz im Jahr 2020.

Die Verordnung bzw. das Gesetz unterscheidet zwischen einem bestehenden Gebäude, einem Neubau sowie zwischen bewohnten Gebäuden und Nichtwohngebäuden.

Energetische Anforderungen an Neubauten

So darf beispielsweise ein Neubau Grenzwerte des Primärenergiebedarfes nicht überschreiten. Dazu zählen die Heizungen, Warmwasser, Kühlung und Lüftungen. Zudem sollten Bauherren besonders bei einem Neubau auf die Vorgaben zur Wärmedämmung und einen möglichen Wärmeverlust achten. Zusätzlich müssen Eigentümer bei einer genutzten Fläche von mehr als 50 m² einen Teil des Energieverbrauches mit regenerativen Energien abdecken, solange sie bei einer Energieeffizienz unter 15 Prozent der Anforderungen liegen.

Diese Anforderungen gelten für bestehende Gebäude

Die wichtigsten Anforderungen für einen Altbau bestehen in der Sanierung und Nachrüstung von Heizungen und Dämmungen. Demnach müssen alle 30 Jahre Heizkessel ausgetauscht werden. Zudem sind Eigentümer verpflichtet, die Klimaanlage des Gebäudes regelmäßig zu warten, Leitungen in unbeheizten Räumen, Dächer, Fassaden, Fenster sowie Decken zu dämmen, wenn die festgelegten Grenzwerte aus den EnEV-Tabellen überschritten werden.

Seit der letzten Version der EnEV aus 2016 gelten Pflichten zur Dämmung der obersten Geschossdecke, insofern die Dächer über keinen ausreichenden Wärmeschutz verfügten. Für die Sanierung von Bestandsgebäuden müssen Bauherren einen U-Wert von 0,24 W/(m2K) einhalten.

Die EnEV und das Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Zehn Jahre lang bestimmte die EnEV die EU-Richtlinien für Bauherren. Damit ist es allerdings nicht vorbei. Denn das neue GEG vereint die Regelungen der bisherigen EnEV 2016 mit dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).
Ziel der Verordnung ist es, die Regelungen zu vereinheitlichen und eine Kombination aus einem möglichst geringen Energiebedarf mit dem gleichzeitigen Einsatz von erneuerbaren Energien für alle neuen Gebäude durchzusetzen. So darf ein Neubau beispielsweise in einem Jahr nicht mehr Energie als 45–60 kWh pro Quadratmeter verbrauchen. Entscheidend ist: Seit der Zusammenführung der Anforderungen entstehen mit den Änderungen für Bauherren keine Nachteile hinsichtlich der Grenzwerte. Das Bundesministerium des Inneren (BMI) betonte ausdrücklich, dass es die Grenzwerte nicht weiter verschärfte.

Das Wichtigste in Kürze – es gelten die Vorgaben des GEG

Die Energieeinsparverordnung enthielt konkrete Vorschriften zu Energieeffizienz-Standards und Dämmungen von Gebäudehüllen, die auch heute mit dem GEG noch gelten. Für Bauherren sind die Wärmedurchgangskoeffizienten bzw. U-Werte entscheidend. Damit du einen Überblick über die wichtigsten Inhalte erhältst, haben wir die wichtigsten Regelungen der Energieeinsparverordnung bzw. des GEG nachfolgend zusammengefasst:

Bauherren sind zum Einsatz von erneuerbaren Energien verpflichtet.

Neue Gebäude müssen ihren Bedarf an Wärme und Kühlung anteilig mit regenerativen Energien abdecken (z. B. Solarthermie: 15 Prozent, gebäudenah erzeugter Ökostrom: 15 Prozent, Wärmepumpe 50 Prozent)

Neben Photovoltaikanlagen oder Kraft-Wärme-Anlagen ist auch die Verwendung von Energie aus Fernwärme, Abwärme und gasförmiger Biomasse für das Gebäude zulässig, solange sie die Grenzwerte der neuen GEG einhalten.

Zulässige maximalen U-Werte der Gebäudehülle

Außenwände, Dachflächen, oberste Geschossdecke: max. 0,24 W/(m²k), Fenster: max. 1,3 W/(m²k), Kellerwände: max. 0,3 W/(m²k), Dachfenster: max. 1,4 W/(m²k). Hinzu kommt, dass energieeffiziente Eindichtungen einen U-Wert von 0,20 W/m²k erreichen müssen.

Wärmeschutz bei Sanierung bzw. Nachrüstung des Gebäudes

Eigentümer und Bauherren sind verpflichtet, zugängliche Decken von beheizten Räumen (jährlich mind. 19 Grad Celsius) hin zu unbeheizten Dachräumen zu dämmen. Dabei ist irrelevant, ob es sich um ein bewohntes oder nicht bewohntes Gebäude handelt.

Ist aus bautechnischen Gründen die Realisierung der vorgegebenen U-Werte nicht gegeben, müssen Bauherren größtmögliche Dämmstoffdicken mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/mK einsetzen. Nachwachsende Rohstoffe, die in Hohlräume des Gebäudes gebracht werden, sollten mindestens 0,045 W/mK aufweisen.

Entfernung von Ölheizkesseln und Kohleheizkesseln im Gebäude

Bis 2026 müssen Kohleheiz- und Ölkessel komplett entfernt werden. Ist ein Austausch notwendig, darf dieser nur unter den Richtlinien des neuen GEG erfolgen.

Welche Neuerungen betreffen den Energieausweis?

Seit Mai 2014 besteht die Energieausweit-Pflicht. Ab dem 1. Mai 2021 müssen Angaben über die CO2-Emissionen im Energieausweis vorhanden sein. Sobald Eigentümer die Daten für den Energieausweis bereitstellen, verantworten sie die Richtigkeit aller Angaben. Auch Immobilienmakler müssen bei Tätigkeiten rund um Vermietungen und Verkäufe die Vorlage eines Energieausweises, inklusive der korrekten Werte, sicherstellen.

Gibt es Strafen bei Verstößen?

Die klar Antwortet lautet: Ja. Seit der EnEV 2014 fallen bei Verstößen, gegen die gelten Regelungen, Bußgelder bis zu 50.000 Euro an. Die letzte EnEV verschärfte die Anforderungen für neue Gebäude nochmals. Heute gelten die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes. Bei Verstößen gegen das GEG werden Bußgelder von 5.000 bis ebenfalls 50.000 Euro fällig.

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