Richtige Flachdachabdichtung 

Eine professionelle Flachdachabdichtung erkennst du an sehr eben gearbeiteten Flächen, die kein stehendes Wasser zulassen. Zudem sollten Dachdecker nur Abdichtmaterialien verwenden, die starke Temperaturschwankungen aushalten und nicht schnell porös werden können. 

Tipp 1: Unser Materialtipp für die Flachdachabdichtung 

Die Haltbarkeit eines Flachdachs hängt sehr stark von den eingesetzten Materialien ab. Als Ziel für die Lebensdauer solltest du mindestens 20 bis 30 Jahre anpeilen. 

Für die Abdichtung kommen typischerweise folgende Methoden infrage: 

Wenn du besonders langlebige Abdichtungen erzeugen willst, dann greife zu EPDM-Folie. Hinter der Abkürzung verbirgt sich „Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk“. Der synthetisch hergestellte Kautschuk zählt zu den einlagig zu verlegenden Elastomer- und Kunststoffen. Den Kautschuk erhältst du entweder in Form von vorgefertigten Bahnen oder Planen. Mit EPDM ist es möglich eine sehr lange Haltbarkeit von mindestens 50 – 60 Jahren zu erzeugen. Das Material ist für jedes Flachdach geeignet und ist mit bereits verlegten Bitumenbahnen kombinierbar. 

EPDM-Folien machen sich häufig stärker im Geldbeutel bemerkbar, als es bei Bitumen oder PVC/FPO der Fall ist. Fachgerecht verlegt sind auch diese sehr widerstandsfähig und halten Feuchtigkeit erfolgreich fern. 

Tipp 2: Die fachgerechte Anbringung 

Für die Windsogsicherung kannst du dich zwischen folgenden Varianten entscheiden: 

Bitumenbahnen werden klassicherweise aufgeschweißt, jedoch wird die erste Lage auf der Dämmung meist verklebt, weil die meisten Dämmungsmaterialien den hohen Temperaturen des Gasbrenners nicht Stand halten würde. Wichtig ist es die Bahnen wellenfrei zu verlegen. Idealerweise sollten diese sich nach dem Ausrollen ein wenig legen können, um eine Ausdehnung nach der Verklebung oder Verschweißung zu verhindern.  

Damit sich die Bahnen ausreichend überdecken, ist es wichtig auf eine geradlinige Ausrichtung zu achten. Anschließend können die Bitumenbahnen verschweißt werden. Die Temperatur für die Schweißung sollte gleichmäßig bleiben. Nur so ist es möglich, eine optimale Klebefähigkeit der Bahnen zu erzeugen. Um die ideale Kombination aus Hitze und Geschwindigkeit für die Schweißarbeiten zu testen, kann eine vorherige Probeschweißung hilfreich sein. 

Kunststoffbahnen werden meist durch mechanische Befestigung, Auflast oder Verklebung gegen Windsog gesichert. 

Tipp 3: Lückenlose Nahtverbindungen 

Die größten Schwachstellen von Flachdächern sind in der Regel die Übergänge der Bahnen, Dachränder und Durchdringungen, wie zum Beispiel Rohre oder Lüfter. Achte hier auf besonders saubere Anschlüsse. Eindichtungsbahnen sollten möglichst gerade liegen, damit über die Länge kein Versatz zu benachbarten Bahnen entstehen kann. Als Richtwert: Die Kunststoffbahnen sollten an jeder Stelle mindestens 5 Zentimeter überlappen. Außerdem müssen die Nähte mithilfe des Heißluftföns möglichst homogen verschmelzen. Ein professioneller Dachdecker erkennt an der Konsistenz und am Glanz, ob der Brenner die richtige Temperatur hat. In der Regel empfiehlt sich eine Schweißtemperatur zwischen 450 und 500 °C, um die Nähte lückenlos zu verbinden. Diese Temperatur wird jedoch in den Verlegeanleitungen der einzelnen Hersteller genau angegeben und muss je nach Verarbeitungsgeschwindigkeit angepasst werden.

Tipp 4: Vermeide stehendes Wasser 

Achte bei der Planung eines Flachdaches immer auf ein entsprechendes Gefälle, umstehendes Wasser auf dem Flachdach zu vermeiden. Das Gefälle des Dachaufbaussollte nach der Flachdachrichtline (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks) mindestens 2 % betragen.  

Für die Neigung kannst du dich zwischen zwei Methoden entscheiden. Entweder planst du einen Gefälleestrich als Schicht auf der gegossenen Betondecke des Daches ein. Oder du greifst zu vorgefertigten Wärmedämmungen, die so geformt sind bzw. sich an einer Seite so verjüngen, dass sie automatisch ein Gefälle erzeugen.  

Teilweise wird das Gefälle auch durch die Dachkonstruktion vorgegeben, zum Beispiel durch einen Dachstuhl in Form eines Pultdaches.  

Tipp 5: Die Entwässerung 

Zur Flachdachabdichtung gehört auch eine fachgerechte Entwässerung. Der Ablauf sollte sich hier immer an der tiefsten Stelle des Daches befinden. Achte außerdem darauf den Ablauf vor Verstopfungen durch Dreck, Blätter und Kies zu schützen. Für die Entwässerung kommen folgende zwei Varianten infrage: 
 
Druckentwässerung: Mithilfe eines Unterdrucks wird Niederschlag vom Dach gesogen. Diese Variante eignet sich besonders bei kleineren Flachdächern.  

Freispiegelentwässerung: Bei dieser Methode wird das Wasser mithilfe von Fallleitungen in eine Grundleitung abgeleitet. Die Leistung des Ablaufes hängt hier immer vom Dachgully und dem Rohrgefälle ab. 

Zusätzlich solltest du an eine Notentwässerung denken. Wenn es wie Sturzbäche herabregnet und der normale Ablauf nicht mehr ausreicht, wird überflüssiges Wasser so ganz einfach auf eine freie Fläche abgeleitet. 

Hast du weitere Fragen zur Flachdachabdichtung? Dann kontaktiere uns gern. 

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