Wann ist eine Flachdachsanierung notwendig? 

Eine Sanierung ist immer sofort notwendig, wenn ein Flachdach undichte Stellen aufweist. Hier gilt: Je früher, desto besser! Zwar bieten Flachdächer besonders für Lagerhallen und industriell genutzte Gebäude eine kostengünstige Alternative gegenüber klassischen Satteldächern. Aber sie haben eine Schwachstelle: Aufgrund der geringen Neigung fließt Regen- und Tauwasser relativ langsam ab. Es kann sich in Form von Pfützen auf der Oberfläche des Daches sammeln. Sollte das Dach dann eine undichte Stelle aufweisen ist Achtung geboten.

Eine undichte Fläche muss aber nicht zwangsläufig dazu führen, dass Wasser direkt in die Räume tropft und bloß noch der Wassereimer hilft. Es kann auch passieren, dass die Feuchtigkeit ganz unbemerkt nach und nach in die Dachhaut eindringt. Problematisch wird es zum Beispiel dann, wenn Wasser in das Dämmmaterial gelangt. Die mögliche Folge? Es kann gesundheitsgefährdender Schimmel entstehen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Flachdächer mindestens einmal im Jahr auf schadhafte Stellen zu überprüfen.

Aber auch ohne undichte Stellen kann eine Sanierung infrage kommen. Diese ist immer dann sinnvoll, wenn eine unzureichende Dämmung übertrieben hohe Heizkosten verursacht. Je nach Art des Mangels kommen unterschiedliche Formen der Sanierung infrage.

Möglichkeiten der Flachdachsanierung

Nicht immer ist eine komplette Dachsanierung notwendig. Es gibt folgende Möglichkeiten: 

1. Punktuelle Ausbesserung  

Bei kleinflächigen Mängeln oder einer undichten Dachabdichtung kann oft schon eine punktuelle Abdichtung für Abhilfe sorgen – und zwar so, dass du nicht das ganze Dach erneuern musst. Hier helfen beispielsweise nachträgliche Dachabdichtungen mit Bitumen, Elastomer-Bahnen oder flüssige Flachdachabdichtungen. Fachleute greifen häufig zu Bitumenbahnen und verlegen diese in zwei bis drei Ebenen übereinander. Während des Ausrollens wird das Material mit einem Gasbrenner erhitzt, um es direkt mit der Dachfläche zu verbinden. Damit später kein Wasser durchtropfen kann, sollten die Nähte sehr gut verschweißt werden. In manchen Fällen ist aber auch das Kaltklebeverfahren sinnvoll. Gerade bei leicht brennbaren Dämmungen oder temperaturempfindlichen Dächern ist es besser, auf offene Flammen zu verzichten und die Bitumenbahnen mit Spezialkleber aneinander zu bringen. Alternativ eignet sich auch EPDM-Folie (= Ethylene-Propylene-Diene-Monomer“), die aus synthetischem Kautschuk besteht. Aufgrund der hohen Elastizität lässt sich EPDM hervorragend verarbeiten.

2. Vollflächige Sanierungsbahnen 

Sollte die Dämmung noch völlig ausreichend, die Dachabdichtung aber nicht mehr intakt sein, ist es empfehlenswert, die Bahnen vollflächig zu verschweißen bzw. kalt zu verkleben. Um eine sichere Abdichtung zu schaffen, sollten sich die Bahnen ausreichend überlappen und im Naht- und Stoßbereich sauber verbunden werden.

3. Komplettsanierung 

Sollten die Mängel extrem sein und das Flachdach sprichwörtlich aus dem letzten Loch pfeifen, ist eine Komplettsanierung erforderlich. In diesem Fall werden die gesamte Abdichtung und Dämmung ausgewechselt. Übrigens: Falls eine Sanierung für mehr als 10 % der Dachfläche notwendig ist, solltest du die Richtlinien der Energieeinsparverordnung (= EnEV) berücksichtigen! Sie enthält unter anderem Vorgaben für Dämmmaterialien, um den Energieverbrauch eines Gebäudes zu senken.

4. Nachträgliche Wärmedämmung 

Wenn es dem Flachdach an ausreichender Wärmedämmung fehlt, sind eine nachträgliche Dämmung und Isolierung möglich. In der Regel werden die Materialien zur Dämmung von innen angebracht.
Das Vorgehen selbst hängt aber immer ganz von der Art des Aufbaus und der Nutzung des Gebäudes ab. Eine große Fabrik, die unter zusätzlichen Wärmebelastungen durch spezielle Produktionsverfahren steht, benötigt eine andere Dämmung, als es bei einer Lagerhalle der Fall ist. Für die nachträgliche Dämmung von Flachdächern kann es beispielsweise ratsam sein, Hohlräume mit Dämmstoffen, wie Polyurethan-Hartschaum oder Steinwolle, auszufüllen. Auch nachträgliche Dämmschichten aus Mineralwolle, Styropor oder nachwachsenden Rohstoffen sind möglich.

Verpassen Sie dem Flachdach einen nachträglichen Feinschliff

Nach einer Sanierung kann es sinnvoll sein dem Flachdach den letzten Schliff zu verpassen. Zusätzliche Entwässerungssysteme, wie die Freispiegelentwässerung oder die Druckströmungsentwässerung sorgen zum Beispiel dafür, dass Regenwasser richtig abfließt und keinen Schaden mehr anrichten kann. Während bei der Freispiegelentwässerung mehrere Fallleitungen angebracht werden, dient die Druckströmungsentwässerung dazu, Wasser mithilfe von Unterdruck möglichst schnell vom Dach abzuziehen.
Falls du Heizkosten einsparen willst, kann sich auch eine Begrünung eignen, die das Gebäude zusätzlich dämmt. Alternativ kann eine eigene Photovoltaik-Anlage dafür sorgen, eigenen Strom zu produzieren und Wärme für die Heizung erzeugen.

Wie lange dauert eine Flachdachsanierung? 

Die Dauer einer Flachdachsanierung hängt von folgenden Faktoren ab:

Kleine Flachdachsanierungen, wie ein paar neue Schweißbahnen, die Entfernung von Verschmutzungen oder kleine Reparaturen an der Abdichtung sind meist schon innerhalb einer Woche möglich. Größere Arbeiten und komplette Flachdachabdichtungen bzw. Sanierungen können locker zwischen drei und vier Wochen oder länger dauern.

Was kostet die Dachsanierung? 

Auch die Kosten der Flachdachsanierung hängen sehr von der bestehenden Dachkonstruktion, der aktuellen Abdichtung, den Mängeln und der Dachgröße ab. Muss das alte Flachdach abgerissen und komplett neu aufgebaut werden, entstehen Kosten von circa 80 Euro bis 200 Euro pro Quadratmeter. Dies ist aber nur ein Richtwert. Weitere Faktoren können den Preis enorm beeinflussen.

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